Wutanfälle bei Kindern: Wann ist es eine Phase – und wann brauchen Eltern Hilfe?
Wutanfälle bei Kindern: Was ist normal, welche Warnzeichen zählen und wie Eltern gelassen reagieren. Mit Einordnung aus der Kinderpsychotherapie.
Artikel lesenDieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle Diagnostik oder Behandlung. Bei Verdacht auf eine psychische Erkrankung wenden Sie sich bitte an eine Fachperson.
„Wir suchen einen Kinderpsychologen in Würzburg" – so beginnt für viele Eltern die Suche nach Hilfe, wenn es dem eigenen Kind nicht gut geht. Bei der Recherche tauchen dann plötzlich viele verschiedene Berufsbezeichnungen auf: Kinderpsychologe, Kinder- und Jugendpsychiater, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Schulpsychologe. Wer macht eigentlich was? Und an wen wenden Sie sich mit Ihrem Anliegen am besten zuerst?
In diesem Artikel erkläre ich die Unterschiede verständlich – und zeige Ihnen, welche Anlaufstellen es in Würzburg und Umgebung gibt.
| Psychologe / „Kinderpsychologe“ | Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut (KJP) | Kinder- und Jugendpsychiater | |
|---|---|---|---|
| Ausbildung | Psychologiestudium (Bachelor/Master) | Studium + mehrjährige Therapieausbildung mit staatlicher Approbation | Medizinstudium + Facharztweiterbildung |
| Darf Diagnosen stellen | Nur eingeschränkt (keine Heilkunde) | Ja | Ja |
| Darf Psychotherapie durchführen | Nein, ohne Approbation nicht | Ja – z. B. Verhaltenstherapie | Ja (je nach Schwerpunkt) |
| Darf Medikamente verschreiben | Nein | Nein | Ja |
| Typische Anliegen | Beratung, Diagnostik-Unterstützung, Forschung | Ängste, Depression, ADHS, Schulprobleme, Verhaltensauffälligkeiten | Medikamentöse Behandlung, schwere Krankheitsbilder, körperliche Abklärung |
Der Begriff Kinderpsychologe ist im Alltag am weitesten verbreitet – als eigenständige Berufsbezeichnung existiert er im deutschen Gesundheitssystem jedoch nicht. „Psychologe" oder „Psychologin" darf sich nennen, wer ein Psychologiestudium abgeschlossen hat. Das Studium allein berechtigt aber nicht dazu, psychische Erkrankungen zu behandeln.
Wenn Eltern nach einem „Kinderpsychologen in Würzburg" suchen, meinen sie in den allermeisten Fällen eine Berufsgruppe, die es offiziell unter anderem Namen gibt: die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin bzw. den Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen – kurz KJP – haben nach dem Studium eine mehrjährige, staatlich geregelte Ausbildung durchlaufen und mit der Approbation abgeschlossen. Die Approbation ist die staatliche Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde. Das bedeutet konkret:
Typische Anliegen, mit denen Familien zu mir kommen, sind ADHS, Ängste wie Schulangst, depressive Symptome, Verhaltensauffälligkeiten oder belastende Lebensereignisse. Einen Überblick über alle Themen finden Sie unter Behandlungsschwerpunkte.
Kinder- und Jugendpsychiater:innen sind Ärzt:innen mit einer Facharztweiterbildung in Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Sie sind die richtige Anlaufstelle, wenn:
Psychotherapeut:innen und Kinderpsychiater:innen arbeiten häufig Hand in Hand: Die Psychotherapie findet in der therapeutischen Praxis statt, die medikamentöse Begleitung – falls nötig – beim Facharzt. Auch ich arbeite bei Bedarf eng mit Kinderärzt:innen und Kinder- und Jugendpsychiater:innen in Würzburg zusammen.
Schulpsycholog:innen sind an Schulen bzw. bei der staatlichen Schulberatung angesiedelt. Sie beraten bei schulischen Fragen – etwa Lernschwierigkeiten, Mobbing oder Schullaufbahnentscheidungen – führen aber keine Psychotherapie durch. Bei Verdacht auf eine psychische Erkrankung verweisen sie an Psychotherapeut:innen oder Fachärzt:innen weiter. Für Familien in Würzburg ist die Staatliche Schulberatungsstelle Unterfranken zuständig.
Für die Suche nach psychotherapeutischer Hilfe für Kinder und Jugendliche in Würzburg gibt es mehrere Wege:
Hinter der Suche nach einem „Kinderpsychologen" steht meist der Wunsch nach professioneller psychotherapeutischer Hilfe – und dafür sind Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen die Spezialist:innen. Kinder- und Jugendpsychiater:innen kommen ins Spiel, wenn Medikamente oder eine ärztliche Abklärung Thema sind. Beide Wege schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich.
Wenn Sie unsicher sind, was für Ihr Kind das Richtige ist: Im unverbindlichen Erstgespräch in meiner Praxis in Würzburg klären wir gemeinsam, welche Unterstützung sinnvoll ist – und falls eine andere Stelle besser passt, sage ich Ihnen das offen.
Ein Psychologe hat Psychologie studiert – das allein berechtigt aber noch nicht zur Behandlung psychischer Erkrankungen. Ein Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut hat zusätzlich eine mehrjährige staatlich geregelte Therapieausbildung mit Approbation abgeschlossen und darf psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen eigenständig diagnostizieren und behandeln. Wenn Eltern nach einem „Kinderpsychologen“ suchen, meinen sie in den meisten Fällen genau diese Berufsgruppe.
Ein Kinder- und Jugendpsychiater ist Facharzt und die richtige Anlaufstelle, wenn eine medikamentöse Behandlung geprüft werden soll, eine körperliche Ursache ausgeschlossen werden muss oder eine sehr schwere Symptomatik vorliegt. Bei den meisten psychischen Belastungen – etwa Ängsten, depressiven Verstimmungen oder Verhaltensauffälligkeiten – ist Psychotherapie die Behandlung der ersten Wahl. Beide Berufsgruppen arbeiten oft eng zusammen.
Nein. Für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie brauchen Sie keine Überweisung – Sie können sich als Eltern direkt an eine Praxis wenden. Auch in meiner Privatpraxis in Würzburg vereinbaren Sie das unverbindliche Erstgespräch einfach telefonisch oder über das Kontaktformular.
Erste Anlaufstellen sind die Therapeutensuche der Psychotherapeutenkammer Bayern, die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (Telefon 116117) für Kassenplätze sowie Privatpraxen wie meine, die oft kürzere Wartezeiten haben. Achten Sie darauf, dass die Praxis eine Approbation als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in oder eine entsprechende Facharztqualifikation nachweist.
Ja. Approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen dürfen psychische Erkrankungen eigenständig diagnostizieren und psychotherapeutisch behandeln. Nur das Verschreiben von Medikamenten ist Ärzt:innen vorbehalten – falls das ein Thema wird, arbeite ich eng mit Kinderärzt:innen und Kinder- und Jugendpsychiater:innen in Würzburg zusammen.
Dieser Artikel wurde verfasst von Madlen Voigt, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. In meiner Praxis in Würzburg biete ich diagnostische und therapeutische Hilfe bei psychischen Belastungen an.
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