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9. Juni 2026 7 Min. Lesezeit Madlen Voigt

Kinderpsychologe, Kinderpsychiater oder Psychotherapeut – wer hilft in Würzburg?

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle Diagnostik oder Behandlung. Bei Verdacht auf eine psychische Erkrankung wenden Sie sich bitte an eine Fachperson.

„Wir suchen einen Kinderpsychologen in Würzburg" – so beginnt für viele Eltern die Suche nach Hilfe, wenn es dem eigenen Kind nicht gut geht. Bei der Recherche tauchen dann plötzlich viele verschiedene Berufsbezeichnungen auf: Kinderpsychologe, Kinder- und Jugendpsychiater, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Schulpsychologe. Wer macht eigentlich was? Und an wen wenden Sie sich mit Ihrem Anliegen am besten zuerst?

In diesem Artikel erkläre ich die Unterschiede verständlich – und zeige Ihnen, welche Anlaufstellen es in Würzburg und Umgebung gibt.

Die Berufe im Überblick

Kinderpsychologe, Psychotherapeut und Kinderpsychiater im Vergleich
Psychologe / „Kinderpsychologe“Kinder- und Jugendlichen­psychotherapeut (KJP)Kinder- und Jugendpsychiater
AusbildungPsychologiestudium (Bachelor/Master)Studium + mehrjährige Therapieausbildung mit staatlicher ApprobationMedizinstudium + Facharztweiterbildung
Darf Diagnosen stellenNur eingeschränkt (keine Heilkunde)JaJa
Darf Psychotherapie durchführenNein, ohne Approbation nichtJa – z. B. VerhaltenstherapieJa (je nach Schwerpunkt)
Darf Medikamente verschreibenNeinNeinJa
Typische AnliegenBeratung, Diagnostik-Unterstützung, ForschungÄngste, Depression, ADHS, Schulprobleme, VerhaltensauffälligkeitenMedikamentöse Behandlung, schwere Krankheitsbilder, körperliche Abklärung

„Kinderpsychologe" – was steckt hinter dem Begriff?

Der Begriff Kinderpsychologe ist im Alltag am weitesten verbreitet – als eigenständige Berufsbezeichnung existiert er im deutschen Gesundheitssystem jedoch nicht. „Psychologe" oder „Psychologin" darf sich nennen, wer ein Psychologiestudium abgeschlossen hat. Das Studium allein berechtigt aber nicht dazu, psychische Erkrankungen zu behandeln.

Wenn Eltern nach einem „Kinderpsychologen in Würzburg" suchen, meinen sie in den allermeisten Fällen eine Berufsgruppe, die es offiziell unter anderem Namen gibt: die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin bzw. den Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in (KJP): die Spezialisten für Therapie

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen – kurz KJP – haben nach dem Studium eine mehrjährige, staatlich geregelte Ausbildung durchlaufen und mit der Approbation abgeschlossen. Die Approbation ist die staatliche Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde. Das bedeutet konkret:

  • Sie dürfen psychische Erkrankungen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eigenständig diagnostizieren.
  • Sie behandeln mit wissenschaftlich anerkannten Verfahren – in meiner Praxis in Würzburg ist das die Verhaltenstherapie.
  • Sie sind auf die Altersgruppe bis 21 Jahre spezialisiert und beziehen die Eltern altersgerecht in die Behandlung ein.

Typische Anliegen, mit denen Familien zu mir kommen, sind ADHS, Ängste wie Schulangst, depressive Symptome, Verhaltensauffälligkeiten oder belastende Lebensereignisse. Einen Überblick über alle Themen finden Sie unter Behandlungsschwerpunkte.

Kinder- und Jugendpsychiater: die Fachärzte

Kinder- und Jugendpsychiater:innen sind Ärzt:innen mit einer Facharztweiterbildung in Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Sie sind die richtige Anlaufstelle, wenn:

  • eine medikamentöse Behandlung geprüft oder begleitet werden soll (z. B. bei ausgeprägtem ADHS oder schwerer Depression),
  • eine körperliche Ursache der Beschwerden ausgeschlossen werden muss,
  • eine sehr schwere oder akute Symptomatik vorliegt, die engmaschige ärztliche Begleitung erfordert.

Psychotherapeut:innen und Kinderpsychiater:innen arbeiten häufig Hand in Hand: Die Psychotherapie findet in der therapeutischen Praxis statt, die medikamentöse Begleitung – falls nötig – beim Facharzt. Auch ich arbeite bei Bedarf eng mit Kinderärzt:innen und Kinder- und Jugendpsychiater:innen in Würzburg zusammen.

Und der Schulpsychologe?

Schulpsycholog:innen sind an Schulen bzw. bei der staatlichen Schulberatung angesiedelt. Sie beraten bei schulischen Fragen – etwa Lernschwierigkeiten, Mobbing oder Schullaufbahnentscheidungen – führen aber keine Psychotherapie durch. Bei Verdacht auf eine psychische Erkrankung verweisen sie an Psychotherapeut:innen oder Fachärzt:innen weiter. Für Familien in Würzburg ist die Staatliche Schulberatungsstelle Unterfranken zuständig.

Wer hilft wann? Eine Entscheidungshilfe

  • Ihr Kind zeigt seit Wochen Ängste, Traurigkeit, Rückzug, Schulprobleme oder auffälliges Verhalten? → Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in. Psychotherapie ist bei den meisten psychischen Belastungen im Kindes- und Jugendalter die Behandlung der ersten Wahl.
  • Es geht (auch) um Medikamente oder eine körperliche Abklärung? → Kinder- und Jugendpsychiater:in oder zunächst die Kinderarztpraxis.
  • Das Problem betrifft vor allem die Schule (Lernen, Laufbahn, Konflikte)? → Schulpsychologische Beratung.
  • Es ist ein Notfall – etwa akute Selbstgefährdung? → Sofort handeln: Notruf 112, Krisendienst Bayern (0800 655 3000) oder die nächste Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Alle Nummern finden Sie unter Notfallkontakte.

Anlaufstellen in Würzburg

Für die Suche nach psychotherapeutischer Hilfe für Kinder und Jugendliche in Würzburg gibt es mehrere Wege:

  1. Privatpraxen wie meine Praxis am Röntgenring 6 (direkt am Würzburger Hauptbahnhof) – oft mit deutlich kürzeren Wartezeiten. Die Abrechnung läuft über die private Krankenversicherung, Beihilfe oder als Selbstzahler; gesetzlich Versicherte können unter bestimmten Voraussetzungen das Kostenerstattungsverfahren nutzen.
  2. Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (Telefon 116117) für die Vermittlung von Kassenplätzen.
  3. Therapeutensuche der Psychotherapeutenkammer Bayern mit Filter nach Ort und Altersgruppe.
  4. Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Würzburg bei schweren oder akuten Krankheitsbildern.

Fazit

Hinter der Suche nach einem „Kinderpsychologen" steht meist der Wunsch nach professioneller psychotherapeutischer Hilfe – und dafür sind Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen die Spezialist:innen. Kinder- und Jugendpsychiater:innen kommen ins Spiel, wenn Medikamente oder eine ärztliche Abklärung Thema sind. Beide Wege schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich.

Wenn Sie unsicher sind, was für Ihr Kind das Richtige ist: Im unverbindlichen Erstgespräch in meiner Praxis in Würzburg klären wir gemeinsam, welche Unterstützung sinnvoll ist – und falls eine andere Stelle besser passt, sage ich Ihnen das offen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Kinderpsychologe und Kinderpsychotherapeut?

Ein Psychologe hat Psychologie studiert – das allein berechtigt aber noch nicht zur Behandlung psychischer Erkrankungen. Ein Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut hat zusätzlich eine mehrjährige staatlich geregelte Therapieausbildung mit Approbation abgeschlossen und darf psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen eigenständig diagnostizieren und behandeln. Wenn Eltern nach einem „Kinderpsychologen“ suchen, meinen sie in den meisten Fällen genau diese Berufsgruppe.

Wann sollte mein Kind zum Kinder- und Jugendpsychiater statt zum Psychotherapeuten?

Ein Kinder- und Jugendpsychiater ist Facharzt und die richtige Anlaufstelle, wenn eine medikamentöse Behandlung geprüft werden soll, eine körperliche Ursache ausgeschlossen werden muss oder eine sehr schwere Symptomatik vorliegt. Bei den meisten psychischen Belastungen – etwa Ängsten, depressiven Verstimmungen oder Verhaltensauffälligkeiten – ist Psychotherapie die Behandlung der ersten Wahl. Beide Berufsgruppen arbeiten oft eng zusammen.

Brauche ich eine Überweisung, um einen Termin zu vereinbaren?

Nein. Für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie brauchen Sie keine Überweisung – Sie können sich als Eltern direkt an eine Praxis wenden. Auch in meiner Privatpraxis in Würzburg vereinbaren Sie das unverbindliche Erstgespräch einfach telefonisch oder über das Kontaktformular.

Wie finde ich einen Kinderpsychologen bzw. Psychotherapeuten in Würzburg?

Erste Anlaufstellen sind die Therapeutensuche der Psychotherapeutenkammer Bayern, die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (Telefon 116117) für Kassenplätze sowie Privatpraxen wie meine, die oft kürzere Wartezeiten haben. Achten Sie darauf, dass die Praxis eine Approbation als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in oder eine entsprechende Facharztqualifikation nachweist.

Dürfen Sie als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Diagnosen stellen?

Ja. Approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen dürfen psychische Erkrankungen eigenständig diagnostizieren und psychotherapeutisch behandeln. Nur das Verschreiben von Medikamenten ist Ärzt:innen vorbehalten – falls das ein Thema wird, arbeite ich eng mit Kinderärzt:innen und Kinder- und Jugendpsychiater:innen in Würzburg zusammen.

Über die Autorin

Dieser Artikel wurde verfasst von Madlen Voigt, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. In meiner Praxis in Würzburg biete ich diagnostische und therapeutische Hilfe bei psychischen Belastungen an.

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